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Der kroatische Künstler Slaven Tolj erreichte internationale Anerkennung durch seine Installationen, Body-Art und Performances, die ausgeprägte politische und soziokulturelle Kritik widerspiegelt. Der Beginn seiner Laufbahn als Künstler wurde unmittelbar geprägt von seinen Erlebnissen im Jugoslawienkrieg, des Zerfalls des Staates und insbesondere der Eroberung von Dubrovnik durch die jugoslawische Armee in den Jahren 1991-92. In den späten 1990ern erweiterte Slaven Tolj sukzessive sein künstlerisches Betätigungsfeld durch Themen wie politische Veränderung, multikulturelle Existenz und Globalisierung. Gleichzeitig arbeitet er als Kurator und in diversen Kunstorganisationen. So war er einer der Gründer des Art Workshop Lazareti in Dubrovnik, welches heute tonangebend in der zeitgenössischen Kunstszene in Dubrovnik und Kroatien ist. Tolj ist seit 2013 Direktor des MMSU Rijeka.

Die Arbeiten von Slaven Tolj beschäftigen sich hauptsächlich mit der zerrissenen gesellschaftlichen Struktur Dubrovniks, seiner Heimatstadt, in der er lebt und arbeitet. Ruhig und aus einem persönlichen, zurückhaltenden Blickwinkel untersucht er die Beziehungen und Hinterlassenschaften des Krieges. Statt dokumentarischer Arbeit und Aktivismus hält es Tolj eher für angebracht, auf indirekte Weise zu handeln; Kritik von innen heraus zu üben, in einer Art und Weise, deren Wirkung in der Realität schwer einzuschätzen ist, obwohl der Wert seines Schaffens im symbolischen Bereich der Kunst nicht in Frage steht. Das zentrale Thema seiner Arbeiten ist die Vermeidung direkter Sprache und Bilder, er arbeitet mit Weg- und Auslassungen. Tolj baut sein Werk an der engen Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem auf - entweder durch das Medium der Fotografie, durch Installation, Performance oder im Gegenständlichen. Gerade wegen eines kaum wahrnehmbaren Risses strahlt seine Arbeit eine Kraft aus, die, egal wie persönlich sie erscheinen mag, den politischen Aspekt in der Kunst oder das Konzept der Kunst für das breite Publikum kritisch beleuchtet.

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