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Angela A. Akbari | Patrick Baumüller: Transite Luftgestaltungen in der Galerie Michaela Stock

„Dieses Kunstwerk berührt mich!" Wer hat diesen Ausspruch nicht schon häufig gehört oder sogar selbst ausgesprochen? Wenn Patrick Baumüllers (*1969 in Biel) Arbeiten ins Spiel kommen, dann ist dies nicht unbedingt sentimental, sondern ganz real gemeint. Seine gezeigten Installationen und Objekte starten Übergriffe ganz besonderer Art.

In das Schaufenster der Galerie einpasste Lüftungen verbinden das Außen und Innen, schaffen mit ihrem Luftzug eine Verbindung zwischen Werk und Rezipienten und durchwirbeln den Raum aller, denn so wie für den Fisch das Wasser, so ist die Luft unser unmittelbarster Lebens- und für Patrick Baumüller damit Gestaltungsraum. So wie der Raum allerdings ohne Ausdehnung nicht sichtbar wäre, so benötigt auch die Luft ein Medium, um auf sie aufmerksam zu machen.
Dies kann visuell durch aerodynamische Formen geschehen. Oder man formt dieses Medium mit Durchgangserscheinungen wie den Lüfter. Das kleinste aber omnipräsente Lüftungsgerät hat Baumüller in dieser Ausstellung mitbedacht: Den Kleiderhaken. Als object trouvée aus dem Alltag in Tierformen gebracht erinnert es an die ernst-augenzwinkernden Readymades französischer Herkunft. Ähnlich wie die Bewegung der Arte Povera versteht es Patrick Baumüller, auf Alltagsgegenstände ein neues Licht zu werfen und mit ihnen auch politische Themen zu verbinden. Das Thema des Strömens und der Luftströmung, angesprochen werden damit Assoziationen des permanenten Austauschs von Ressourcen und Energien, ist gerade prädestiniert, umweltpolitische Fragen mit künstlerischen Mitteln im Raum der Kunst anzusprechen.

Die Feder kann dabei zum exzellenten Luft-Symbol erhoben werden: Einerseits definiert sie dieses Medium und ermöglicht einem Körper Bewegung. Andererseits ist sie selbst leicht wie Luft und erkennt seismographisch die Ströme ihrer Umgebung.Daher rhythmisiert der Künstler den Galerieraum mit einem impulsgesteuerten, lebendig anmutenden Federboa-Mobile. Dem Betrachter steht es frei sich berühren zu lassen und selbst mit seinen Bewegungen antwortend den Raum immer wieder neu zu definieren. Der Künstler erschafft damit eine ganz spezielle Art der Partizipationskunst: Spielerisch leicht-luftig berühren und berührt werden lassen!

Patrick Baumüller überrascht in seinen zahlreichen Ausstellungen und Performances als sehr breit gefächerter Künstler, der seine Themen mit den unterschiedlichsten Medien immer mit präziser und durchdachter Technik zu gestalten vermag.

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