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Milija Pavićevićs überschäumendes Oeuvre ist Zeugnis einer lebenslangen, übermütigen, feurigen und inbrünstigen Selbstschöpfung durch die Kunst. Sein Schaffen stellt eine lange Reise voller Veränderungen und Energieschöpfen dar, gefolgt von einer Komplettentladung, um Neues zu schaffen und Erschaffenes auszulöschen, um sich mit dem Vorhandenen zu beschäftigen und Erwartungen zu verleugnen, um Vollkommenes zu untergraben. Pavićevićs Kunst ist eine Kunst der ewigen Selbstdarstellung, eine schonungslose Massenproduktion des Porträts des Künstlers (und der Kreationen in seinem eigenen Bild), eine entwaffnende Beharrlichkeit der Selbstentblößung und unverfrorenen, kompromisslosen Selbstoffenbarung. Sein Gedächtnis ist keine rückläufige Kraft, krank gemacht durch Ressentiments: Es ist kreativ, störend und gestaltet die Vektoren von Zeit, Raum, Bedeutung und Sinn neu. Sein Einsatz von Fotografie ist nicht der Versuch, die destruktive Arbeit der Zeit aufzuhalten, zu beheben oder eine Vergangenheit einzufrieren, der immer das Antlitz des Todes anhaftet. Wie viele Appropriationskünstler hat Pavićević die Fotografie auf natürliche und fast unausweichliche Weise zu seinem Medium erkoren. Fotografie als Mittel der Reproduktion und unendlichen Vervielfältigbarkeit, das die Begriffe Autorenschaft, Originalität und Authentizität auslöscht, war jenes künstlerische Instrument, das der "Zitat -Kultur" am besten entsprach, ein natürlicher Partner in der "Verschwörung" von Beschlagnahme und Aneignung. Pavićevićs künstlerisches Ich besteht aus einer Vielzahl von Bildern, mit Hilfe derer er sich selbst verdoppelt: Bild-Erinnerungen , Bild-Gedanken, Bilder seiner selbst und Bilder von anderen lebenden Menschen, Bilder von anderer Leute Kunst, Massenmedienbilder, Bilder der Begierde und Bilder einer persönlichen geisterhaften Projektion, die sich manisch multiplizieren, kursieren und ihn im öffentlichen Raum aus der Zuflucht seines privaten Alltag heraus anspringen. (Auszug aus dem Essay MP - A Time Odyssey von Svetlana Racanović)

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