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31.10 - 08.12.2021
Trieste Contemporanea, Triest


ERÖFFNUNG:
31.10.2021 11-13 Uhr

Kuratiert von Daniele Capra

Trieste Contemporanea freut sich, Intermezzo zu präsentieren, eine Zwei-Künstler-Ausstellung von Giovanni Morbin und Slaven Tolj.

Die von Daniele Capra konzipierte Ausstellung umfasst zehn Werke, die von Skulptur bis Video, von ortsspezifischer Intervention bis hin zu Performance reichen.


Intermezzo

analysiert, wie ein Werk als interstitielles Element der Beziehung zwischen dem Körper des Künstlers und dem Kontext, in dem es sich manifestiert, verstanden werden kann. In der Theatersprache ist das Intermezzo eine Pause, die die Trennung zwischen mehreren Teilen einer Darstellung oder einer Aufführung markiert und als ein Element der Unterbrechung des Erzählflusses gilt: Es ist eine vorübergehende Klammer, die die Aussetzung der Fiktion vorsieht, und markiert vorübergehend die Rückkehr in die Alltagsrealität. Es ist ein kurzer Hybridisierungsraum, in dem der Betrachter die Überschneidung zwischen der fiktiven Schrift des Werks und der des eigenen Lebens (von der Realität, dem eigenen Beziehungssystem, der Ideologie, dem Kontext) spürt.
Intermezzo betont, dass die Arbeit, insbesondere bei Künstlern, die sich mit Body Art und Performance Art beschäftigen, wie Morbin und Tolj, ein unsicherer und offener Habitus ist. Es ist ein Raum der Vermittlung und Grenze, aber auch der Entfremdung, da sich der Betrachter nicht immer der Konventionen dieses Kontexts oder dessen, was passieren wird, bewusst ist. Als Zwischenelement zwischen dem Ausdruck des Künstlers und der Umgebung, in der sich der Betrachter bewegt, wird das Werk zu einer Art zweiter Haut, die auch mit expressiven Funktionen ausgestattet ist. Es bedeckt und hält die intimsten und komplexesten Aspekte des Individuums warm, transportiert aber gleichzeitig die Wahrnehmungen und die physische und psychische Energie nach außen.

Giovanni Morbin, Mano (Hand), 2002, Blut auf Arches-Baumwollpapier, 100 x 150 cm, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, Foto: Andrea Rosset

Giovanni Morbins Forschung ist geprägt von der Analyse des Verhaltens und der Körperhaltung, des Volumens, der Präsenz des Körpers und seiner Projektionen nach außen durch Performance und Skulptur.
In den ausgestellten Arbeiten wie der Serie Non sto più nella pelle („Ich bin nicht mehr in meiner Haut") bewegt der Künstler wesentliche Teile seines Körpers auf die Außenfläche und schafft durch die Verwendung konzeptionelle Selbstporträts seines eigenen Blutes: Auf diese Weise nimmt sein Körper eine flüssige Form an und wird zu einem intimen Element des Schreibens und Zeichnens, aber auch der Übersetzung seines eigenen Volumens nach außerhalb seines Körpers.
Scultura sociale („soziale Skulptur") ist ein Werk in ständiger Entwicklung, bestehend aus modularen, halbkugelförmigen Elementen aus Metall, die frei mit bestehenden Objekten wie Stühlen, Tischen, Türen, Kleiderschränken oder anderen Objekten kombiniert werden können . Sie ist eine „soziale" Skulptur gerade wegen ihrer Fähigkeit, in einen Kontext einzutreten und mit ihm funktional und visuell zu interagieren, sich sogar ironisch spontan an das Vorhandene anzuklammern.

Slaven Tolj, Der Ort des Schlaganfalls, 2018-2021, Objekte und ein Foto, Foto: Boris Cvjetanović, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Die Praxis von Slaven Tolj ist das Ergebnis einer tiefen inneren Grabung, in der häufig Elemente aus dem persönlichen Leben des Autors mit einer klaren Analyse des gesellschaftspolitischen Kontexts verschmolzen und in Form von Performance und Skulptur verdichtet werden.
Der Ort des Schlaganfalls ist ein existentialistisches Ready-Made, bestehend aus einem maßgeschneiderten Herrenanzug, der im Wesentlichen unbrauchbar gemacht wurde, da viele seiner Öffnungen mit einem roten Faden vernäht wurden: Es ist ein leerer Raum, ein Volumen, das mit Form, kann aber keine Funktion haben, da ein (sichtbarer) Zwang sie blockiert und auf ein Komplement, ein ohnmächtiges Beiwerk reduziert, wie es dem Menschen in den wichtigsten Lebensfragen oft passiert.
Ein Tattoo mit dem Logo des Museums für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Rijeka entstand in den Wochen nach seiner Ernennung zum Direktor der MMSU, als Tolj beschloss, das Museumslogo auf seine Schultern tätowieren zu lassen. Es ist eine intime und zugleich subtil politische Arbeit über den Zustand des Künstlerseins und das Kunstsystem. Einerseits bezeugt der Künstler sein ganz persönliches Engagement für seine neue institutionelle Rolle. Andererseits aber auch, dass Museen oft eine Marke und ein Maßstab sind, um die Bedeutung eines Künstlers in seiner Karriere zu beurteilen.

Für weitere Informationen besuchen Sie Trieste Contemporanea.

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