Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
+43-1-9207778 - info@galerie-stock.net

30.08. - 02.10.2021

Fotogalerie Wien

 

ZUKUNFTSMUSIK
PATRICK BAUMÜLLER (CH/AT), KARØ GOLDT (DE), KAJA CLARA JOO (AT/KR), JOHANN LURF (AT), WALTER MIRTL (AT), LAURA WAGNER (DE/AT)

FOTOGALERIE WIEN
Währinger Strasse 59 / WUK, A–1090 Wien

Eröffnung: Montag, 30. August 2021, 19:00 Uhr

Einführende Worte: Petra Noll-Hammerstiel

Der Begriff „Zukunftsmusik" wird im übertragenen Sinn für Vorhaben verwendet, deren Realisierung in der Zukunft liegt. Für diese Ausstellung wurden Werke ausgewählt, die sich auf der Basis unterschiedlicher Inhaltlichkeit im visionären Bereich bewegen sowie Bild und Ton in ein audio-visuelles Zusammen- bzw. Wechselspiel bringen. Die musikalischen Kompositionen und die Geräusche bzw. der Sound – etwa auch Geräusche von Naturphänomenen oder Tieren – treten in den künstlerischen Werken als gleichberechtigte Partner der Bilder auf. Sie stimulieren, ergänzen, (über-)steigern oder kontrastieren die Bilder oder bedingen sie. Auch die fotografischen Arbeiten sind entweder mit Sound kombiniert oder sie können assoziativ Töne im Kopf erwecken. Das Hören von Klängen führt zu einer veränderten Rezeption von Bildern, ebenso wie das Sehen von Bildern die Wahrnehmung des Tons beeinflusst. Die Arbeiten sind konzeptuell entwickelt; die Auseinandersetzung mit Zeit und Raum sowie Struktur, Ordnung, Rhythmus und Verlauf nimmt eine tragende Rolle ein, wobei Bild und Ton jeweils ihren eigenen Bereich in Bezug auf Räumlichkeit bzw. Zeitlichkeit befragen, reflektieren und überschreiten. Durch ihre ästhetische, atmosphärische Erscheinung und ihren immersiven Charakter wecken die Bild-/Tonmontagen einerseits Gefühle der Harmonie. Diese Stimmung kann aber jederzeit durch dystopische, bedrohliche, surreale, auch skurrile Situationen und Klänge gebrochen werden. Oder es kommt, wie in einem schallschluckenden Objekt-Bild, zum Entzug des Tons und wir erreichen den Zustand der Stille ...

Zahlreiche Arbeiten von Patrick Baumüller bewegen sich im Bereich der Klangkunst. Obwohl realer Sound nicht hervordringt, manifestiert sich in seinem Objekt Pause in unmittelbarer Weise die Vorstellung von Klang bzw. Schallwellen. Das Objekt mit dem visuell eingearbeiteten Pause-Zeichen – das den temporären Stopp von Aufnahme- oder Wiedergabeapparaten symbolisiert –, besteht aus einer Agglomeration von Schaumstoffpyramiden, die rein visuell an jene Dämmwände erinnern, die in Tonstudios als Breitbandabsorber eingesetzt werden. Die Umkehr, im Sinne des Abbremsens oder überhaupt des Verschwindens von Sound also. Im Wechsel der Medien – wie hier vom Klang zum Objekt – stellt Baumüller symbolisch aufgeladene Konzentrate her (Roland Schöny).

Kuratiert von Petra Noll-Hammerstiel und Michael Michlmayr.

 

Go to top