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23.05. - 29.08.2021
Kunststation Kleinsassen
36145 Hofbieber-Kleinsassen, Deutschland


Ohne Licht können wir nicht sehen, uns nicht orientieren, Farben fehlen. Ohne die Erfahrung von Finsternis fehlt uns aber auch die Erfahrung des Lichts, vor allem das Staunen über das Hellwerden und das Strahlen, das plötzliche Gewahrwerden von Distanzen und Räumen. Heute ist Licht permanent verfügbar, macht die Nacht zum Tag, schafft gleißende Helligkeit in Arbeits- und Wohnräumen, auf Straßen und Plätzen und begleitet uns bei der unentwegten Nutzung von Bildschirmen jeglichen Formates. Es ist junges Licht im Vergleich zu dem, das uns aus dem Weltall erreicht, sofern wir trotz aller Lichtimmissionen unseres Lebensbereiches den Sternenhimmel wahrnehmen können.
Seit alters sind die Menschen der Faszination des Sternenfunkelns und Vollmondlichts erlegen, das uns in klaren Nächten ein Blick nach oben bescheren könnte. Doch zu viel Nachtlicht auf der Erde verschleiert, ja zerstört die Sicht in den Sternenhimmel. Die Rhön ist einer der wenigen besonderen Orte mit geringen Lichtimmissionen, weshalb in „sternenklaren Nächten" das Firmament mit Licht und Finsternis zum wahren Erlebnis wird. Nicht umsonst wurde die Rhön als „Sternenpark" ausgezeichnet.

Den Phänomenen von Licht und Finsternis nachzugehen und diese bewusst zu machen, ist inzwischen auch zu einem wesentlichen Thema der Gegenwartskunst geworden. Dabei richtet sich der forschende Blick der Kunstschaffenden einerseits gen Himmel und andererseits auf die Welt um uns herum. Und ihre Ausdrucksweisen sind so vielfältig wie die Erscheinungen und Wirkungen des Lichts.

James Nizam und Felix Contzen thematisieren die Lichterscheinungen am Firmament, schaffen in Installationen und fotografischen „Starlight Drawings" die unendlichen Weiten, die Sonnen und Sterne im Weltall nach und lassen in uns das tiefe, ursprüngliche Staunen wiedererwachen. Rainer Plum, Achim Mohné und Nicole Ahland inszenieren Lichtstrahlen und Lichtflächen, bringen Bewegung und Ausbreitung des Lichtes in unser Bewusstsein. Die begeisternden Laserlicht-Installationen und Fotografien schärfen so unsere Wahrnehmung von Distanzen, von Raumgefügen, auch von Licht als Energie und spielen mit Kontrast und Übergang zwischen Dunkelheit und Helligkeit. Hans Kotter und Betty Rieckmann schenken dem farbigen Licht ihre Aufmerksamkeit und schaffen faszinierende Objekte. Kotters Lichtspiele geometrischer Farbmuster scheinen unendliche Räume auszubilden, während Rieckmann fließende Farbmodulationen mit kaum wahrnehmbarem Wechsel erzeugt und zudem in einer großen begehbaren Installation den Lichtglanz zum Thema macht. Christoph Dahlhausen malt und zeichnet gleichsam mit betörend blauem Lichtschein von Leuchtstoffröhren und mit stabilisierenden Gerüststangen und erkundet so in installativen Konstruktionen Fläche und Raum. Licht als Tanzstück zu choreographieren, gelingt Susanne Rottenbacher mit biegsamen LED-Lichtkörpern in intensiver Farbigkeit und ausdrucksstarken, oft weit ausholenden Gesten. Tobias Dostal setzt Licht ein zu ungewöhnlichen Zeichnungen bewegter Bilder bzw. zu verblüffenden kinetischen Skulpturen. Und auch hier geht es um die erhellende Wahrnehmung von dem, was die Dunkelheit durchbricht: Licht!

Kunststation Kleinsassen | Licht!

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