Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
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19.06. - 28.08.2021
Eröffnung des realen und virtuellen Projekts: 19.06.2021
Die Ausstellung ist Teil der fortlaufenden Serie mit dem Titel SALON REAL / VIRTUAL
galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

Sichtbarmachung eines Archivs über Frauenforschung
Gedankenwelt der Ines Rieder

WERKE VON
Künstlerinnen: Lilo Nein, Marlene Rodrigues, Elisabeth Schimana, Denise Schellmann, Nicole Suzuki
Konzert: Ensemble Airborne Extended
Gespräch / Text: Margit Hauser, Ulrike Lunacek, Nina Schedlmayer, Petra Unger, Magdalena Vukovic

PROGRAMM
Samstag, 19.06.21, 17 - 22 Uhr
Eröffnung der realen und virtuellen Ausstellung. Die Künstlerinnen sind anwesend.
Wo: galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18

SALON REAL       
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  Video zur realen Ausstellung im SALON REAL in der galerie michaela stock
SALON VIRTUAL 
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   Hier geht es zur virtuellen 3D Galerie der galerie michaela stock

Sonntag, 20.06.21, 11 - 17 Uhr
11 Uhr Vortrag von Ulrike Lunacek, anschließend Gespräche und Kaffee
Wo: galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18

Donnerstag, 08.07.21, 18 - 20 Uhr
Landschaften, Konzert des Ensemble Airborne Extended
Elena Gabbrielli - Flöte, Sonja Leipold - Cembalo, Caroline Mayrhofer - Blockflöte / Paetzold,
Tina Žerdin - Harfe, Alisa Kobzar - Klangregie
Wo: galerie michaela stock & Basement, Schleifmühlgasse 18

Montag, 12.07.21, 17 - 19 Uhr
Frauen*Spaziergang mit Petra Unger
Spaziergang in memoriam Ines Rieder und lesbischer Frauen*Geschichtsforschung

Samstag, 28.08.21, ab 14 - 19 Uhr
Finissage mit Katalogpräsentation

Abgerundet wird die Ausstellung durch Kamingespräche im Salon, die sich mit der Gedankenwelt von Ines Rieder auseinandersetzen. Weitere Informationen und Details folgen zu gegebener Zeit auf der Galerie-Homepage.

Ausstellungsflyer mit Programm


Gedankenwelt der Ines Rieder / Sichtbarmachung eines Archivs über Frauenforschung

 

 

Ines Rieder war eine Historikerin, Autorin, Feministin und Journalistin.
Ihr Thema war die Aufarbeitung, Bewahrung und das Sichtbarmachen lesbischer Geschichte
Ines Rieder war die Hausbesitzerin der Schleifmühlgasse 18.
Ines Rieder ist im Dezember 2015 unerwartet verstorben.

Ines Rieder, 1954 in Wien geboren, kämpfte immer gegen Ausbeutung, Raubbau an den Ressourcen, soziale Ungerechtigkeit und die Rechte von Schwächeren an, und sie war in Österreich eine Vorreiterin, die sich für die Erforschung der Geschichte von Lesben und Schwulen einsetzte. Einen Teil ihres Lebens verbrachte sie in Berkeley, San Francisco und Sao Paulo, bevor es sie wieder nach Wien zog.

Zu den großen Verdiensten von Ines Rieder gehört die Sichtbarmachung des lesbischen Lebens und deren Geschichte. Rieder legte viel Wert auf deren historische Erforschung und Bewahrung auch in zugänglich gemachten Archiven. Mit ihren Publikationen setzte sie ein Zeichen gegen deren Ausblendung und schuf Möglichkeiten der Identifikation und kritischen Auseinandersetzung mit lesbischen Persönlichkeiten. Bereits 1988 hat sie sich als Co-Autorin in dem Buch Frauen & Aids, das diese Epidemie aus einer feministischen Perspektive ansprach, beschäftigt. Der Schwerpunkt ihrer schriftstellerischen und wissenschaftlichen Arbeiten waren lesbische Biografien des 20. Jahrhunderts.

Nach ihrem plötzlichen Tod wurde ihr Nachlass 2016 dem STICHWORT - Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung zur Aufarbeitung und Bewahrung übertragen. Über 70 Archivkartons und 150 Datenbankeinträge umfasst der private Nachlass und ermöglicht das Nachvollziehen ihrer Schreib- und Denkprozesse so wie die oft langjährigen Vorstudien zu einem Vorhaben

Dieses Archiv, sowie die daraus resultierenden, viele Lebensgeschichten, ihre Gedankenwelt werden nun in einer Ausstellung sichtbar gemacht. Diese Ausstellung ist nicht nur die Geschichte eines Archivs aus Menschenfleisch, sondern soll uns zeigen, was passiert, wenn dieses Archiv, der Ort des Bewahrens von Dokumenten und Wissen, nicht weiter befüllt wird, und somit aufhört zu existieren.

Ihre langjährige Lebensgefährtin und Künstlerin Marlene Rodrigues - die maßgeblich an dieser Ausstellung mitgearbeitet hat, hat die Gedankenwelt von Ines Rieder folgendermaßen beschrieben: „Das Gehirn von Ines Rieder war besser als jedes digitale Archiv, in diesem waren tausende von Geschichten und so viel Wissen, Gedanken und Ideen über das Leben und Wirken anderer Frauen gespeichert. Ines liebte das Leben und die Menschen, und mit Begeisterung hat sie Veränderungen und die dazugehörenden Geschichten, aufgesaugt und archiviert."

Es werden für das Ausstellungsprojekt Frauen eigeladen, die Ines Rieder bereits kannten oder sich nun erstmals mit ihrer Gedankenwelt, dem Archiv, auseinandersetzen. Das Archiv wird neu rezipiert, erweitert und künstlerische sichtbar gemacht und stellt Fragen nach den Grenzen des Archivs bezüglich des Bewahrens, Zugänglich- und Sichtbarmachens durch die räumlichen, zeitlichen und sozialen Kontexte. Dabei setzten sich die neu entstanden Werke, sei es ein Gedicht, ein komponiertes Musikstück, ein Video, ein Text, eine Performance oder eine Zeichnung selbstreflexiv mit der eigenen, archivierten Geschichte der Künstlerin auseinander.

Aufgrund der aktuellen Situation wird die Ausstellung als eine Kombination - sowohl in einer virtuellen 3D Galerie als auch in den realen Ausstellungsräumen - in der Schleifmühlgasse 18 - gezeigt. In dem realen Ausstellungsraum sind sowohl die neu entstandenen Kunstwerke als auch Bücher und einige private Gegenstände von Ines Rieder ausgestellt. Es sind in diesen Räumen Talks, Konzerte und Performance angedacht. Je nach epidemischen Auflagen im Juni 2021 können diese einzelnen Veranstaltungen auch ohne Publikum per Video voraufgezeichnet werden. Bei einem visuellen Spaziergang zwischen der Schleifmühlgasse 18 (dem Haus in dem Ines Rieder lebte) und dem Stichwort Archiv (in der Gusshausstraße 20) sind alle Kunstwerke zu sehen.

Wichtig ist, dass das Archiv neu rezipiert wird, erweitert und künstlerische sichtbar gemacht wird. Es stellt sich die Frage nach den Grenzen eines Archivs bezüglich des Bewahrens, Zugänglich- und Sichtbarmachens durch die räumlichen, zeitlichen und sozialen Kontexte. Es entsteht ein neuer, kommunikativer Raum in einer virtuellen als auch realen Welt. Das Projekt zielt auf eine langfristige Lösung, das Archiv von Ines Rieder und ihre Auseinandersetzung mit lesbischer Geschichte in einem kollektiven und auch kreativen Prozess zu bearbeiten und das viele sozial Interaktionen (Frauenspaziergang, digitale Ausstellung, Video, Besuch einer Kunstausstellung, etc.) mit sich bringt.
Es ist ein Frauenspaziergang über lesbische Frauen im Bezirk mit Petra Unger geplant. Nach der Ausstellung sollen alle neu entstandenen Kunstwerke, Videos, die virtuelle Ausstellung, Musikstücke und Dokumente dem Stichwort Archiv übergeben werden. Doch alle neuen entstandenen Zeitdokumente bleiben weiterhin in der virtuellen Galerie sichtbar.

Begleitend zur Ausstellung wird es einen Blog, einen mehrseitigen Ausstellungsleporello, Plakate und eine Videodokumentation der Gespräche, Konzert und Performance geben. Auch diese Zeitdokumente sollen in der virtuellen Galerie abrufbar sein.

Eindrücke vom Frauen*Spaziergang mit Petra Unger


Projektteam & PartnerInnen
galerie michaela stock & Verein zur Förderung der Kunst – Schleife 18
Marlene Rodrigues, Künstlerin
STICHWORT - Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung
goes art | channel TV visuelle Medienplattform
Kunstmatrix, digitale Kunstplattform

PRESSE:
Wir würden uns über eine Berichterstattung in Ihren Medien sehr freuen. Hiermit bestätigen wir die Freigabe zur kostenlosen Veröffentlichung aller eingereichten Bilder / Text. Courtesy: Ines Rieder, Marlene Rodrigues / Galerie Michaela Stock

Pressetext > HIER
Pressebild 1:
The Conceptual World of Ines Rieder, Cover, Courtesy: Ines Rieder, Marlene Rodrigues / Galerie Michaela Stock
Pressebild 2: The Conceptual World of Ines Rieder, Arbeitsplatz, Courtesy: Ines Rieder, Marlene Rodrigues / Galerie Michaela Stock

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