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galerie michaela stock
8.3. - 20.4.2019
Eröffnung: 7. März 2019, 18h


galerie michaela stock präsentiert vom 7. März bis 20. April 2019 zwei Einzelausstellungen: Ivica Capan: Candid und Alina Sokolova: Heracleumfall

Die Kunstwerke, in den zwei Ausstellungsräumen, spielen mit "Kommunikation" auf verschiedenen Ebenen. Capan und Sokolova, die in Wien leben und arbeiten, beschäftigen sich mit bestimmten Aspekten der Überwachung und Hypervisibilität, diese kann bis zur Dekonstruktion und Infragestellung des Mediums selbst führen und eine Verschmelzung zwischen Illusion und Tatbestand auslösen. Eine subtile Ausstellung, die persönliche Geschichten mit kulturellen und politischen Themen aus verschiedenen Perspektiven zeigt.

Die junge ukrainische Künstlerin Alina Sokolova rebelliert gegen das Gesetz und die Machtinstitutionen und ihr gelingt eine Gratwanderung zwischen Raum und Zeit. In ihrer Installation Heracleumfall erzählt sie die Geschichte der Giftpflanze Heracleum Sosnowsky, ihre Rolle in der Gesellschaft und ihren historischen Hintergrund sowie ihren persönlichen Bezug dazu. Im Volksmund wird die Pflanze "Stalins Rache" genannt und kann als Metapher für ideologische Vergiftung gesehen werden, denn sobald der vergiftete Stängel abgeholzt wird, wächst er über Nacht mit noch größerer Beharrlichkeit nach. In verschiedenen performativen Akten hat Sokolova die Pflanze mehrmals in ihrer Heimat abgeschnitten, diese dann über die Grenze geschmuggelt und letztendlich den Versuch unternommen die tote Pflanze wiederzubeleben. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines langjährigen Forschungs- und Beobachtungsprozesses, wobei es nicht darum geht die Symbole auszulöschen, sondern ihre Bedeutung auf poetischer Ebene sichtbar zu machen. Es ist ein Einblick in einen langen Prozess der Verlagerung, Strategien, Geschichte und Beobachtung.




Alina Sokolova, Heracleumfall

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie michaela stock instrumentalisiert die junge ukrainische Künstlerin Alina Sokolova die invasive Giftpflanze Heracleum Sosnowsky auf metaphorische Weise. Die Pflanze wird auch "Stalins Rache" genannt und ist für ihre Beharrlichkeit bekannt, sobald die Pflanze abgeschnitten wird, verbreitet sie sich noch intensiver. Im Unterbewusstsein repräsentiert sie die Wurzeln von Stalins Ideologie in der ehemaligen Sowjetunion uns steht stellvertretend für ideologische Vergiftung. Sokolova beschäftigt sich mit der Rolle der Heracleum Sosnowsky in der Gesellschaft, ihrem historischen Hintergrund und ihrer persönlichen Erfahrung damit. Die Künstlerin argumentier ihr Interesse:"Seit meiner Kindheit hatte ich immer strenge Anweisungen mich von der giftigen Pflanze fernzuhalten, doch gerade dieses Verbot hat die Pflanze für mich besonders begehrenswert gemacht. Es war für mich die logische Konsequenz mittels Performance die Erinnerung an diese Pflanze wiederzubeleben."

Eine Performance, die sich mit der Verarbeitung der traumatischen Erinnerung und des Umgangs mit der Vergangenheit auseinandersetzt, war der erste Teil des Projekts. In weißer Schutzkleidung mähte die Künstlerin ein Pflanzenfeld mit der Sense. Durch diesen radikalen und sinnlosen Akt, wollte Alina Sokolova auf die nationale Vergangenheit und Gegenwart aber gleichzeitig auch auf ihre eigene Vergangenheit hinweisen. Es zeigt, einerseits die kommunistische Vergangenheit mit ihrer Unterdrückung, und gleichzeitig ihre Auslöschung nach dem „Dekommunisierungsgesetz" von 2015 in der Ukraine, - und andererseits kann es für die strikte Kontrolle der Außengrenze der Europäischen Union stehen.

Sokolova hat sich mit den staatlichen Grenzkontrollmechanismen beschäftigt und stellte ihre Schmugglerfähigkeiten unter Beweis. Für ihre erste Ausstellung in Wien 2016 schmuggelte sie die giftige Pflanze erfolgreich nach Österreich, doch bei diesem Versuch ist die Pflanze eingegangen. Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, sie wieder zum Leben zu erwecken, musste die Künstlerin einsehen, dass die Pflanze als ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsprozesses verwelkt ist. Die daraus resultierende Skulptur Running water from the blisters in der Ausstellung wirkt, als ob man viele Brandblasen auf der Haut hat, die normalerweise bei Berührung mit den Blättern oder Stängel von Heracleum entstehen. Jede dieser „Blasen" enthält einen Tee, der aus den Blättern der geschmuggelten, toten Pflanzen gekocht wurde und erinnert an ein totalitäres Regime und Verbrennungen verursachend.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines langjährigen Forschungs- und Beobachtungsprozesses, wobei es nicht darum geht die Symbole auszulöschen, sondern ihre Bedeutung auf poetischer Ebene sichtbar zu machen. Es ist ein Einblick in einen langen Prozess der Verlagerung, Strategien, Geschichte und Beobachtung. Die einzelnen Projektphasen werden in verschiedenen Medien, wie Video, Skulptur und Fotografie, dargestellt.


Kontakt:
galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien
www.galerie-stock.net info@galerie-stock.net


PRESSE
Pressetext | Ivica Capan: Candid und Alina Sokolova: Heracleumfall

Pressebild 2: Alina Sokolova, Heracleumfall, 2016, C-Print, kaschiert auf Dibond, Edition: 3 + AP, 110,8 x 82,8 cm, Courtesy: Alina Sokolova / galerie michaela stock

Pressebild 4: Alina Sokolova, Running water from the blisters, 2017, installative Skulptur (Heracleum Tee, Stoff, Folie), variable Größe, Courtesy / galerie michaela stock

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