Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
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15.5.2014
MARKO ZINK | OLYMPIA | 15. Mai - 18. Juni 2014
Finissage: 18. Juni 2014, 18 - 20h
WO: Galerie Michaela Stock & UNTERER STOCK, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

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VIENNA GALLERY WEEKEND | 16. MAI - 18. MAI 2014 | PROGRAMM

Freitag, 16. Mai, ab 11 Uhr,
Vernissage: Bauernbrunch & Präsentation des JungbauernSTEHkalenders, 11-16 Uhr
Der Bauernbrunch findet im Ristorante Gino e Maria statt (gegenüber von der Galerie).
Gleichzeitig werden dort ausgewählte Arbeiten aus der Serie schwimmer präsentiert.

Freitag, 16. Mai, ab 18 Uhr,
Lukas Troberg, Licht-Installation On AIR

Samstag, 17. Mai, von 14 – 15 Uhr,
Screening: Marko Zink schwimmer & im wald, Unterer Stock
Artist Talk mit Marko Zink & Wolfgang Huber-Lang/APA, Galerie

Sonntag, 18. Mai von 11 – 14 Uhr: Foto-Shooting mit Marko Zink.
Werde auch du zum Olympioniken und lass dich von Marko Zink ablichten.

Nouvelle Vague ist eine Stilrichtung, die im französischen Kino in den 1950/60er Jahre entstanden ist. Diese Bewegung richtete sich gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss des etablierten kommerziellen Kinos. Es wurde mit lichtempfindlichem Filmmaterial, ohne künstliches Licht, außerhalb der Filmstudios gedreht und prägend für die Fotografie bzw. für den Film war die visuelle Ästhetik. Die spezifischen Körperinszenierungen zeigten zentrale Momente - eine Zäsur zwischen Schnitt und Bruch, Fragmenten und Diskontinuitäten - und gängige Körperkonzepte wurden ironisch hinterfragt.

Und genau hier setzt Marko Zink mit seiner neuen Serie Olympia an. Er offeriert Bilder mit doppelter Wahrnehmung. Ob man sich darauf einlässt oder welche Wahrnehmung man von dem Menschen gewinnen will, welche einem lieber ist, überlässt Marko Zink dem Beobachter. In der neuen Serie des Künstlers geht es vorrangig um die Auseinandersetzung von Körperlichkeit und Ästhetik aber auch zugleich um die Körperinszenierung und um die zur Schaustellung des „perfekten jungen männlichen Körpers."

Marko Zink gehört zur Avantgarde der Fotografie, die dem Titel "Das Ende der Fotografie" (Kunstforum Bd. 172, 2004) in seiner Wortwörtlichkeit ein Ende insofern abringt, als er sehr konsequent dieses Ende thematisiert. Marko Zink setzt der Bildregie der "inszenierten Fotografie" eine sehr subjektiv motivierte, fast private Dinglichkeit entgegen, die nicht wie die inszenierten Standbilder in die Mechanismen eines Fotorealismus umgemünzt werden kann, sondern im Gegenteil dem Sujet der Nature Morte der abendländischen Kunstgeschichte eine poetische Dinglichkeit abringt, die nur für eine begrenzte Zeit den Auslöser dingfest zu machen scheint, das heißt, auch seine Auflösung, seine Entdinglichung beinhaltet." (Ingo Springenschmidt, Über Marko Zink, 2008)

Angelehnt an den Jungbauernkalender werden von Zink die sinnlichen Seiten des Landlebens und der bäuerlichen Arbeit im Einklang mit dem Jahreskreislauf der Natur aufgezeigt. Der Bruch mit dem meist biederen und konservativen Image des Jungbauern spiegelt das neue Selbstbewusstsein der Protagonisten wider: die Olympioniken des jeweiligen Monats zeigen nicht ihr Gesicht, sie verstecken sich hinter einer Maske - sind austauschbar und anonym, und doch wirken sie stolz. Wir sehen u.a. einen Cowboy, einen Fußballer, einen Sergeant, alles Berufe die Männlichkeit par excellence verkörpern und gleichzeitig die heterosexuellen Maßstäbe und die heroischen Männlichkeitsideale in Frage stellen und das Thema Homosexualität, das gerade in den letzten Wochen wieder in den Medien stark diskutiert wurde, offen ansprechen. Marko Zink führt dieses geballte Erotik-Sammelsurium, in der Ästhetik von Leni Riefenstahl oder Fritz Lang, wie in einer Zirkusmanege vor.

Die Fotografien werden, um den Kalendercharakter zu unterstreichen, als vulgäre Poster an die Galeriewand gepinnt und lebensgroße Pappkartonbauern lachen dem Besucher gleich beim Eingang entgegen. Marko Zink hat ganz in der Tradition der Nouvelle Vague drei Kurzfilme gedreht, wo mit einer Handkamera die stehende Männlichkeit ad absurdum geführt wird.

Marko Zink eröffnet mit seinen analogen Inszenierungen einen doppelten Boden der Wahrnehmung, der Raum lässt für beides: für ein Stück Realität und ein Stück Phantasie. (Andrea Domesle: Es ist so. In: Ausstellungskatalog „Es ist so", Galerie Michaela Stock, 2008)

Mehr noch zur Serie OLYMPIA im aktuellen Interview mit Wolfgang Huber-Lang, zu lesen > hier

Vienna Gallery Weekend 2014
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Pressetext
Pressebild 1 | 0755_16 aus der Serie OLYMPIA
Pressebild 2 | 4006_12 aus der Serie OLYMPIA
Pressebild 3 | 5757_25 aus der Serie OLYMPIA
Pressebild 4 | Film Still aus dem Video OLYMPIA
Marko Zink

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