Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
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MICHAEL NITSCHE
ABRACADAMORBIDA
Skulptur
20. November – 16. Jänner 2014
Vernissage: Dienstag, 19. November 2013 ab 18 Uhr
Wo: UNTERER STOCK galerie michaela stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

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Ein Bär auf Stelzen, auf einer Stange zwei Vögeln balancierend wie mitten in einer akrobatischen Darbietung, sich begattende Tauben auf einem reichlich verzierten Kopf, an dessen Wangenpiercing schamanische Figuren taumeln oder die Dreierkonstellation von zwei geisterhaften Wesen und einem Rehkitz, das von diese fortgetragen wird...

Michael Nitsche ist der Schöpfer und Erfinder all dieser Geschöpfe, dieser unheimlichen, so noch nicht gesehenen Tierwesen. Sie sind aus seinem künstlerischen Versuchslabor entsprungen oder entlaufen, sie haben sich von ihm losgesagt und nun hier, in der Galerie, ein Eigenleben entwickelt. Die Wesen scheinen einer anderen, uns fremden und doch nicht ganz unvertrauten Welt entsprungen und in Ihrer verrückten Zügellosigkeit keinerlei Grenzen und Gesetzmäßigkeiten unterworfen zu sein. Und sie treten mit uns in Dialog. Ob wir das wollen oder nicht, wir können uns ihnen nicht entziehen. Auffordernd blicken sie uns an, stellen sich uns in den Weg, fordern uns auf, eine Position ihnen gegenüber einzunehmen.

[...] Wir können nur einen kleinen Teil der Welt sehen – ist Nische überzeugt – seine Arbeiten erweitern die Realität und geben uns auf metaphysische Ebene eine Ahnung, was alles im Verborgen liegt. Wir sehen den Kreislauf des Lebens, die Einheit von Zeugungsakt, Leben und Tod. Letzterer wird nicht ausgeklammert oder verdrängt sondern als wesentlicher Teil des Lebens gefeiert, nicht als auslöschende sondern vielmehr transformierende Kraft, die ein Hinübergehen in einen anderen Zustand ermöglicht.

[...] In Nitsches Kunst gibt es am Ende keine Harmonie, keine Erlösung. Zumindest nicht für den Betrachter. Höchstens für den Künstler, er ist seine dämonischen Wesen losgeworden, er hat Belastendes aufgelöst. Nun sind sie in unserer Welt und wir müssen uns nun mit dieser Seite des Daseins auseinander setzen.

(Textauszug aus Günther Oberhollenzers Eröffnungsrede Schaurig schön – Die Faszination des Hässlichen
zur Ausstellung It hurts me so beautifully, 2013)

Presseaussendung
Pressebild
Michael Nitsche

 

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