Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
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3.11.2011
CORALIE DE GONZAGA & SUZIE VRBKA | LOOSE ENDS
Video, Collage, Skizzen, Tapisserie
4.11. - 12.11.2011
WO: Galerie Michaela Stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

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Coralie de Gonzaga und Suzi Vrbka nähern sich in der Ausstellung loose ends der Darstellung von komplexen, menschlichen Beziehungen auf künstlerisch unterschiedliche Art und Weise. In Collagen, Videos und Tapisserie setzen sie den offenen Fragen - jenen nicht verknüpften Zukunftssträngen - ihre verspielten bis provokanten Antworten entgegen. Klischeehafte Bilder der Medien von Liebe, Beziehungen und Schönheitsidealen werden derart entlarvt und neu interpretiert.

Für Coralie de Gonzaga geht es um Entscheidungen und Chancen im Leben. Sie beobachtet die Menschen, die sie umgeben; interessiert sich dafür wie man es schafft zu (über)leben, während man auf der Suche nach dem Glück ist. Die Künstlerin bearbeitet soziale Phänomene und untersucht diese unter anderem in Videoarbeiten (Love is in the hair, Shiny star), Perfomances und Collagen. Sie glaubt daran, daß es andere mögliche Realitäten gibt, und verweigert sich einer „this is it" Philosophie. Ihre Arbeiten haben unmittelbare Bedeutungen, changieren zwischen Tollpatschigkeit und Ernsthaftigkeit wie das Präsentieren von Schönheit, Stimulation, Provokation, Draufgängertum und Hedonismus (vgl. hierzu auch ihre Collageserie expectations).

Die Dokumentation ihrer öffentlichen Lesung "Concrete Jungle" im Rahmen des akustischen Experiments "Radio Convoy" (initiiert von Marianne Lang & Johannes Kubin) spiegelt de Gonzagas Beschäftigung mit abstrakten Begrifflichkeiten der heutigen Arbeitswelt wider:

„I made a list of jobs announcements which are for me totally abstract. I enumerate them like when I go through the list in the jobs ads. The more I enunciate; the more the names become notions and images which don´t necessarily match the real meaning of the words. The reading will be done during the show somewhere in the actual surrounding of the city at rush hours. The participants can hear it from their car as a comment on what is happening around them."

„Tapisserie", so Gerald Bast im MAK Wien Katalog zur Ausstellung Wollenkunst im Künstlerhaus Wien 2005, „widersetzt sich den Mechanismen des Kunstbetriebes und in mancher Beziehung stellt sie geradezu einen Gegenpol zu den dominierenden Tendenzen unserer heutigen Gesellschaft insgesamt dar: Geschwindigkeit, Schnelllebigkeit, quantitative Produktivität sind nicht die Dimensionen, in denen Tapisserie lebt. Tapisserie ist im Gegenteil sozusagen die Kunst der materialisierten Entschleunigung."

„Tatsächlich wird", so Suzi Vrbka in dem Statement zu ihrer Abschlussarbeit an der Angewandten Wien 2011, „wer sich, wie ich, auf den Prozess des Teppich-Knüpfens einlässt, feststellen, dass sich der Vorgang »Knüpfen« wie das Gegenteil von »Multitasking« ausnimmt. Aufgaben, wie färben, knüpfen, abschneiden und verweben, lassen sich nicht digital-parallel abarbeiten. Teppichknüpfen ist ein »analoger« Vorgang, es gilt, sich Zeit zu nehmen und sequentiell Knoten für Knoten zu knüpfen.
Suzi Vrbkas Knüpfarbeit Paar wird gemeinsam mit der Skizzenserie zu dem Teppich zu sehen sein.

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