Schleifmühlgasse 18 - 1040 Wien
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17.11.2011
SANDRO ĐUKIĆ & SLAVEN TOLJ | VIEWS FROM ABROAD
18.11.2011 - 8.1.2012
WO: Galerie Michaela Stock & NEXT DOOR michaela stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

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Gallery Weekend 18.-20.11.2011 www.viennagalleryweekend.com

Wir freuen uns, Sie dieses Wochenende im Rahmen des Vienna Gallery Weekend bei uns in der Galerie begrüßen zu dürfen.

Vienna Gallery Weekend 2011 Programm Views from Abroad mit Sandro Đukić und Slaven Tolj

Freitag, 18.11.

19 Uhr Guided tour mit Sandro Đukić - Präsentation seiner Arbeit
20.30 Uhr Performance: Slaven Tolj

Samstag, 19.11.
13 Uhr Brunch „Views from Abroad I"

Background und Geschichte der zeitgenössischen Medienkunst in Kroatien und dem ehemaligen Jugoslawien. „Kunsthelden" der Künstler, Ähnlichkeiten der Herkunft und Unterschiede in den Arbeitsweisen von Slaven Tolj und Sandro Đukić.
mit Sandro Đukić, Künstler (HR), Lucas Gehrmann, Kurator und Kunsthistoriker (A), Nataša Ivančević, Kurator MSU Zagreb (HR), Michaela Stock, Galeristin (A), Slaven Tolj, Künstler und Kurator (HR)

Sonntag, 20.11.
14 Uhr Künstlergespräch „Views from Abroad II"
mit Sandro Đukić und Slaven Tolj
10.00-19.00 Collector´s Day

Öffnungszeiten der Galerie für das Gallery Weekend & die VIENNA ART WEEK

Do 17.11.2011 | 19:00 - 22:00
Fr 18.11.2011 | 11:00 - 21:00
Sa 19.11.2011 | 11:00 - 19:00
So 20.11.2011 | 11:00 - 19:00

Mit freundlicher Unterstützung von Kulturkontakt Austria
www.kulturkontakt.or.at

Views from Abroad steht für die Verbindung zweier europäischer Länder – Österreich und Kroatien –, die in der Vergangenheit gemeinsame kulturelle Wurzeln teilten, zwischenzeitlich systembedingt verschiedene Wege gingen, um aktuell wieder zueinander zu finden.

Es werden kroatische und österreichische KünstlerInnen vorgestellt, deren Werke sowohl thematisch als auch hinsichtlich ihrer Ausführung und der darin zum Ausdruck kommenden künstlerischen Strategien eine geistige Verwandtschaft erkennen lassen sowie charakteristische Probleme der Kunst an der Schwelle vom 20. ins 21. Jahrhundert reflektieren. Bei aller künstlerischen Eigenständigkeit beschäftigen sich KünstlerInnen aus Österreich und Kroatien mit verwandten Themen, arbeiten oft mit ähnlichen Darstellungsformen.

Das Projekt Views from Abroad, organisiert von Michaela Stock (A), mit Hilfe der Kuratoren Slaven Tolj (HR), Sandro Dukic (HR), Lucas Gehrmann (A) findet 2011/2012 an unterschiedlichen Orten (Viennafair, Museum of Modern and Contemporary Art/Rijeka, Museum of Contemporary Art/Zagreb, Art radionica Lazareti, Gallery OTOK/Dubrovnik, Artist in Residence/Wien, Galerie Michaela Stock/Wien, Vienna Gallery Weekend & VIENNA ART WEEK/Wien, Galerie Lisi Hämmerle/Bregenz, Kunsthalle Wien project space/Wien, Skulpturenpark/Kolocep, Dubrovnik) statt.

Zahlreiche zeitgenössische kroatische KünstlerInnen studierten in den letzen Jahrzehnten an österreichischen Kunsthochschulen, während die österreichische Öffentlichkeit wenig bis gar keine Informationen über die kroatische Kunstszene besaß. In den letzten Jahren wurden kroatische Künstler und Kuratoren vermehrt zu internationalen Ausstellungen eingeladen, und langsam hat sich die Situation geändert.

Hinter den kroatischen KünstlerInnen liegen ein sozialistische Kindheit und eine Jugend voller Krieg, Unsicherheit und Gewalt. Die Künstler aus dem ehemaligen Jugoslawien reagieren auf ihre Weise mit einer radikalen, subjektiven Kunst. Motive entnehmen sie aus ihrem unmittelbaren Umfeld, mit einem kritischen Blick werden Alltagsszenen dargestellt. Es wird der Moment der Gegenwart als Geschichte sichtbar und erkennbar gemacht.
Es soll hier der Versuch gestartet werden, aus dem Schatten der Vergangenheit in die Gegenwart zu springen, die Wahrnehmungen zu schärfen und der Oberflächlichkeit die Tiefe, dem Schnelllebigen die Langsamkeit entgegenzusetzen. Die individuellen Abweichungen in der Sprache der Kunst ist nicht davon abhängig, welcher Nation oder welchem Land die KünstlerInnen angehören.

Zeitgenössische KünstlerInnen sind die Seismographen jeglichen gesellschaftlichen Wandels und daher liegt es nahe, die Positionen junger aufstrebender Künstler beider Länder in direkten Bezug zueinander zu setzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die projektierten Ausstellungen bieten dem Publikum wie auch den KünstlerInnen die Möglichkeit, Positionen aus einer anderen Perspektive zu sehen. In einem gesellschaftspolitischen Kontext soll eine „Osmose" stattfinden.

Slaven Tolj (* 1964 in Dubrovnik/HR) erreichte internationale Anerkennung durch seine Installationen, Body-Art und Performances, die ausgeprägte politische und soziokulturelle Kritik widerspiegelt. Der Beginn seiner Laufbahn als Künstler wurde unmittelbar geprägt von seinen Erlebnissen im Jugoslawienkrieg, des Zerfalls des Staates und insbesondere der Eroberung von Dubrovnik durch die jugoslawische Armee in den Jahren 1991-92. In den späten 1990ern erweiterte Slaven Tolj sukzessive sein künstlerisches Betätigungsfeld durch Themen wie politische Veränderung, multikulturelle Existenz und Globalisierung. Gleichzeitig arbeitet er als Kurator und in diversen Kunstorganisationen. So war er einer der Gründer des Art Workshop Lazareti in Dubrovnik, welches heute tonangebend in der zeitgenössischen Kunstszene in Dubrovnik und Kroatien ist.

I love Zagreb (2008) von Slaven Tolj zeigt eine Performance, die zwei ganz verschiedene Werke aus den 1970er Jahren paraphrasiert. „I love Zagreb" ist sowohl eine Hommage an die Performance Zagreb I Love You (1971) von Tomislav Gotovac, der dieses Jahr auch den kroatischen Salon in Venedig bespielt hat. Den zweiten Teil der Performance betitelte Tolj mit Operation: City 2008. Dieser Teil ist eine Anspielung an die Ermordung von Ivo Pukanic, den Besitzer der Zeitung Nacional. Bei seiner Ermordung wurde der Tatverdächtige, der einen schwarzen Motorradhelm getragen hat, beim Verlassen und seiner Flucht von der Überwachungskameras aufgenommen. Dieses Video hat Tolj in seine Performance als Videoinstallation miteinbezogen.
In seiner Performance vereint Tolj die Performance von Gotovac und die Ermordung von Ivo Pukanic. Mit einem schwarzen Motorradhelm mit geschlossenem Visier führt ihn seine Performance durch die Innenstadt Zagrebs. Er spielt mit der vollständige Anonymität, er ist nicht nackt, wie Gotovac bei seiner Performance.

"I paraphrased the title of Gotovac's performance and the place of the action – Zagreb city centre. While Gotovac walked naked and lay down on the asphalt of Zagreb high-street Ilica "making love" to the city, I walked the city centre completely masked and covered. This way I emphasized different contexts of these two performances, the difference between the conditions of these two actions; the differences between the social and cultural environments of time they were created; the differences in the meaning of art then and now".

Sandro Đukić (* 1964 in Zagreb/HR) studierte bei den Videokunstpionieren Nam June Paik und Nan Hoover. Als New-Media-Künstler beschäftigt er sich nicht nur mit der Wechselbeziehung von Medien wie Fotografie und Video, sondern ebenso mit computergesteuerten Vorgängen der Speicherung, Dokumentation und Datenarchivierung von Realität, die dem Prozess des Fotografierens und Enthüllens durch Medien ausgesetzt sind.
Mit Leichtigkeit wechselt er zwischen den erwähnten Medien und kreiert gleichzeitig verschiedene Bedeutungsebenen des Raums. Folglich definiert er sich aber auch als virtuell-visueller Künstler mit Tendenzen zu einer kritischen Interpretation von Raum und des Schaffensbeginn eines Kunstwerks. Die letzen 20 Jahre verbrachte er mit der Recherche in/von Archiven und der multimedialen Präsentation derselben.

In seinem Aufsatz „Das Unbehagen in der Kultur" von 1930 macht Sigmund Freud sich Gedanken darüber, was Kultur für die Menschen bedeutet und welche Bedingungen für das Entstehen und die Erhaltung von Kultur erfüllt sein müssen. Sandro Đukić unternimmt nun den Versuch auf Freuds Aussagen einzugehen. Gegenstand seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Untersuchung ist ein gedankliches Konstrukt, durch die der wirkliche Gegenstand seine konkrete Ganzheit verliert und zu einem mehr oder weniger fragmentarischen Abbild des ursprünglichen Gegenstandes wird.

In seinem 9teiligen Fotozyklus, der Videoarbeit und einer großformatigen Installation setzt Đukić sich mit dem Thema: Natur/Kultur, Vergänglichkeit des Körpers, die Beziehungen zu anderen Menschen, sowie das „Innenleben" des Menschen auseinander. Đukić will in seinen Arbeiten zeigen, dass die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren sich stark verändert hat.

Ein weiteres Thema auf das Đukić in seinem Werkzyklus Bezug nehmen wird ist ein häufig tradiertes Vorurteil: Kunst sei grundsätzlich kritisch oder subversiv. Dabei wird übersehen, dass Kunst genauso häufig in den Dienst der Stabilisierung bestehender Systeme oder der Verherrlichung von Herrschern tritt. Kunst kann nicht nur subversiv, sondern genauso gut konservativ sein, restaurativ oder reaktionär. Kunst ist und war also keineswegs immer schon per se der – positiven – Entwicklung von Gesellschaften dienlich. Im Gegenteil: Kunst ist ein ebenso geeignetes Medium, um Stereotypen zu kreieren und zu tradieren.

Sandro Đukić
Slaven Tolj

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