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21.9.2017
LILO NEIN | BEZIEHUNGEN UND VERHÄLTNISSE | viennacontemporary
21. - 24.9.2017
WO: Marx Halle Wien | Stand E14
viennacontemporary

 

Galerie Michaela Stock zeigt

LILO NEIN | Beziehungen und Verhältnisse
kuratiert von Felicitas Thun-Hohenstein

Lilo Nein: Beziehungen und Verhältnisse


Die Präsentation der Künstlerin Lilo Nein auf der Vienna Contemporary ist den unterschiedlichen Beziehungen und Verhältnissen gewidmet, die bei der Produktion und Rezeption künstlerischer Arbeiten zum Tragen kommen. Produktion im Sinne der Künstlerin meint die ästhetisch formale Umsetzung künstlerischer Denkweisen, und versteht sich als intermedialer performativer Handlungsraum. Dieser umfasst sowohl analoge als auch digitale Kulturtechniken, deren Koordinaten Raum, Zeit, Materialität, Objekt und RezipientInnen eine Kartographie synästhetischen Erfahrens künstlerischer Verfahrensweisen bereitstellt. Die BetrachterInnen, als Co-ProduzentInnen, sind dabei aufgefordert sich physisch und mental in diesem Mapping zu positionieren und ihren eigenen Pfad zu wählen. NavigatorInnen im eigenen Interesse innerhalb der „Ordnung der Dinge", die ebenso zueinander, wie für sich selbst stehen und das soziale Moment mit dem Ästhetischen engführen.

Auf der Vienna Contemporary werden eine Installation, sowie Serien von Fotoarbeiten gezeigt.

Bei der installativen Arbeit von Lilo Nein finden sich auf der Oberfläche des ersten Tisches kleinformatige, gerahmte Bilder, die mitunter übereinander liegend und gestapelt sind, sowie ein Schild mit der Aufschrift „Die Objekte dürfen berührt werden". Eine Aufforderung der Künstlerin an die RezipientInnen die Bilder in die Hand zu nehmen und zur Seite zu legen, um die darunter liegende Bilder sehen zu können. Auf diese Weise sollen sich die BesucherInnen ihren eigenen Weg durch die Installation bahnen, die durch diese „Gebrauchsanweisung" eine stetige Veränderung erfährt. Der zweite Teil der Installation umfasst drei Tische, in welchen Arbeiten auf Papier in einer von der Künstlerin selbst gewählten Anordnung zu sehen sind. Diese Komposition ist ebenfalls temporär, und über den Moment der Ausstellung hinaus nicht fixiert, jedoch kann diese vom den BesucherInnen nicht beeinflusst werden.

Die an den Wänden präsentierte Serie Blumenwiesen umfasst drei Arbeiten mit ein und demselben Blumenmotiv in je unterschiedlicher Größe, ein Faktum auf das auch die korrespondierenden Titel (Große Blumenwiese, Mittelgroße Blumenwiese, Kleine Blumenwiese) verweisen. Jedes Format bringt eine ihm eigene Qualität mit sich, die wiederum die Skalierung und das bildgebende Verfahren selbst thematisiert. Mit der Größe der Arbeiten ändert sich folgend auch die Positionierung der RezipientInnen zum Bild. Das größte Bild ist ein Unikat, das Mittlere hat eine Edition von zwei Stück, das Kleinste eine Edition von drei Stück. Auch auf dieser Ebene bildet sich also das von der Künstlerin angestrebte Spiel der Verhältnisse zwischen dem was man sieht und dem was die Arbeit konzeptualisiert ab.

Aus der Serie Archiv Landschaften werden die Arbeiten Meeresrauschen und Wolken und Meer gezeigt. Die Arbeit Meeresrauschen gibt den Satz „In meinen Texten tanze ich manchmal" zu lesen, der sich in eine abstrakte Landschaft auflöst. Die Bedeutung der Wörter wird so in Bewegung versetzt und verweist auf die prozesshafte Beziehung der einzelnen Bilder untereinander.

Die präsentierten Fotoarbeiten beinhalten zu meist beides: analoge als auch digitale Verfahren, wobei die die Künstlerin ein Bildverfahren entwickelt hat, welches mittels eines selbst produzierten Negatives vom Digitalen ins Analoge übersetzt, und den BetrachterInnen erlaubt gleichermaßen Spuren des analogen sowie des digitalen Prozesses nachzuvollziehen. Schicht für Schicht setzt Lilo Nein dabei das Mit-, Zu-, und Gegeneinander von Beziehungen und Verhältnissen unter medienarchäologischem Blick ins Verhältnis.

Felicitas Thun-Hohenstein



mit freundlicher Unterstützung: Tischlerei Christian Zendron

mehr Informationen zu > LILO NEIN
www.viennacontemporary.at
www.facebook.com/viennacontemporary

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